23 März 2014 ~ 1 Comment

Wie Gott führt – vom Selbstmord zum Leben

Eine Autobiografie

Zuerst „kurz“ die Vorgeschichte im Ausschnitt

Als mein Vater, der in Westberlin lebte und zum zweiten Mal geheiratet hatte, wurde ich von meiner – ebenfalls wiederverheirateten Mutter – zu meinem Vater abgeschoben.
Das war für mich als 14-jähriger Junge zwar ein Abenteuer und die Erlösung aus einer Knechtschaft, aber mit bitterem Ende.

Weil mich mein Vater in seinem Geschäft gebrauchen konnte, nahm er mich aus der Schule um mich als Sklaven ohne Lohn zu benutzen. Als er dann – ich war 16 – den Laden verkaufte und in die Nordeifel zog, verlor ich mit dem geliebten Berlin auch meine Freunde.

Im neuen Geschäft in der Eifel „versprach“ mir mein Vater nach drei Monaten dort im rauen Niemandsland: „Einer von uns beiden geht vor die Hunde – aber das bin nicht ich!“ (Originalton).

So überlegte ich: bringste dich um oder haustde ab? Und nach bestandener Mutprobe sattelte ich am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages im Keller mein Fahrrad, schrieb eine kurze Nachricht für meine „Eltern“ – schwang mich am nächsten Morgen früh aufs Rad und entschwand. Zum Glück wählte ich den falschen Weg, weil ich mich in der Gegend noch nicht so gut auskannte – und entkam so der Verfolgung durch meinen Vater, der im Auto den richtigen Weg nahm.

Meine dreitägige Odyssee im Winter – über den Westerwald nach Hessen zu meiner Mutter – war von Engeln begleitet:
Eine Frau in Eitorf, die aus dem Fenster schaute und mich zum Mittagessen einlud, als ich sie nach dem Weg fragte. Ein Mann, der mir seine Geldbörse in die Hand ausschüttete, nachdem er mir an einer Ampel die Richtung gewiesen hatte – und – als Höhepunkt dieser Erlebnisse: meine „Hotelübernachtung“, bei der mich die Eigentümer mit in die Weihnachsstube nahmen, mich bewirteten, mir ein schönes Bett gaben – und mich am nächsten Tag ohne Bezahlung weiterziehen ließen.

Am 28. Dezember kam ich in Braunfels an, das ein wunderschönes Schloss hat, auf und zum Teil in dessen meterdicker Außenmauer das Fachwerkhaus stand, in dem meine „Erstfamilie“ wohnte (richtige Mutter ist die Erstfamilie, richtiger Vater die Zweitfamilie und meine lieben Pflegeeltern Pfister in Saalfeld ist meine Drittfamilie, wo ich leider nur vier Jahre verbringen durfte.)
Als ich nun vom Markt ins äußere Schlosstor einbiegen will, kommt mir mein Stiefvater entgegen: „Axel, wo kommst DU denn her?“ Ja – was sollste da sagen?. Die Andeutungen in meinem Brief vorher hatten sie offensichtlich nicht verstanden. Jedenfalls waren sie so freundlich, mich wieder bei sich aufzunehmen. Das hätte auch schief gehen können. Aber so wurde es der Auftakt zum eigentlichen Erlebnis, über das ich schreiben will.

Ich trat also wieder in die Schule ein, die ich drei Jahre vorher verlassen hatte, um meinen Abschluss zu machen, auf den mein Vater keinen Wert gelegt hatte – wohl aber meine Mutter.
Ja, sie war recht ordentlich, obwohl sie mich hasste, wie sie sagte, (und mich auch so behandelte), weil ich meinem Vater, von dem sie geschieden war, so ähnlich war.

Die Hauptsache

Obwohl es in der Schule gut voranging – schließlich war ich drei Jahre älter als meine Kameraden und hatte inzwischen mehr Lebenserfahrung – kam die Zeit, dass ich keine Kraft mehr zum Leben hatte. Ich war einfach am Ende. Selbstmordversuche hatte ich schon mehrere hinter mir – und damit Erfahrung, wie man es machen muss – so dass ich beschloss, noch einen Versuch bei einem Arzt in Wetzlar zu machen, bevor ich mich umbrachte. So erbat ich mir von meinem Französisch- und Religionslehrer für diesen Vormittag frei. Er war einer der seltenen Exemplare eines Christen, der es ernst meint mit dem Glauben und ein wirklicher Jesusnachfolger. Der merkte als erster Mensch auf der Erde, dass ich in Schwierigkeiten war und fragte mich, ob ich Probleme hätte.
Als ich bejahte, sagte er Worte, die schwerer wiegen als Gold: „Unternimm mal nichts, sondern komm am Mittwoch zu mir.“
So hatte ich denn meinen Strohhalm, an den ich mich klammerte, nachdem der Arzt, den ich aufgesucht hatte, eine Katastrophe war. Und ich fuhr am Mittwoch mit dem Fahrrad in ein Nachbardorf, wo der Lehrer wohnte. Als ich von dort wieder herauskam, hatte ich einen Kopf, voll wie ein Wassereimer. Doch diese drei Worte, die ich gehört hatte, waren die Ursache für meine Neugeburt. Sie lauteten:
„JESUS LEBT. JESUS LIEBT DICH. LIES DIE BIBEL.“
Im Religionsunterricht hatte ich nie etwas gelernt – und die Bibel war ein fremdes Buch für mich. Ich verstand nichts.
Doch nachdem der Lehrer, dieser vertrauenswürdige und kluge Mann, gesagt hatte, dass Jesus lebt – und mich sogar liebt, muss ich ihm geglaubt haben, denn als ich zu Hause die Bibel las, die wir mit einem der amerikanischen CarePakete bekommen hatten, verstand ich sie plötzlich und begriff, wie viel Gott daran gelegen ist, dass wir ihm vertrauen sollen und seinen Weisungen gehorchen. Ich weinte vor Freude und Ergriffenheit, als ich las, wie liebevoll und besorgt Gott um uns wirbt, dass wir mit ihm leben sollen, um nicht in Ewigkeit verloren zu gehen.
Diese Zeit war sehr aufregend. Meine Eltern verboten mir den Umgang mit diesem Lehrer, verboten mir, mit meinem Halbbruder über den Glauben zu reden und wollten mich zum Tanzen zwingen. (In der BildZeitung gab es just zu dieser Zeit einen Artikel über einen religiösen Spinner.) Ich fuhr natürlich trotzdem zu meinem „Lebensretter“ und wir hatten mit anderen jungen Leuten große Freude beim Weitersagen der guten Botschaft von der Errettung durch Jesus hin und her in den Dörfern.
Dieser Lehrer war übrigens nur einige Jahre an dieser Schule in Braunfels – Gott hatte ihn genau zum passenden Zeitpunkt dorthin gestellt und mich durch viel Not zubereitet, damit er mir von Jesus sagen – und ich es annehmen konnte.
Noch lange kam ich mir als Mensch wie ein zertretener Wurm vor – bis Gott mir einmal innerlich zeigte, dass JESUS FÜR MICH GESTORBEN ist. Das kann nur einer tun, der wirklich liebt. Also bin ich geliebt. Und daraus ziehe ich mein Selbstwertgefühl.
Später erkannte ich, dass ich von Gott gewollt bin – und mein Glück ist vollkommen!

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus,
wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien. In Liebe hat er uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens,
zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade,“ (Epheser 1, 3-7)

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One Response to “Wie Gott führt – vom Selbstmord zum Leben”

  1. Marlene Berger sagt:

    Ja Jesus lebt! Und er liebt auch mich!
    Ich will ihm vertrauen in finsterster Nacht, wenn alles verloren erscheint. Er liebt mich auch wenn ich ihm Kummer gemacht, ist näher als je ich gemeint.


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